Marokko

Zugvögel fliegen bekanntlich wenn es hier ungemütlich kalt wird gen Süden. In ganzen Schaaren brechen sie auf wobei immer eine spezielle Formation eingehalten wird bei der das stärkste Tier an vorderster Front fliegt und gelegentlich abgewechselt wird. Fliegt man zu dieser Jahreszeit nach Marokko, trifft man sie alle wieder. Nur ist es in unserem Fall nicht so langwierig und umständlich dorthin zu gelangen, denn wir haben schließlich Ryanair.

Zum zweiten mal in diesem Jahr verschlug es uns nun nach Marokko. Wohingegen wir beim ersten Mal von Marrakech in Richtung Atlantikküste nach Essaouira und Agadir aufbrachen, ging die Reise beim zweiten Mal durch das Atlas Gebirge in die Sahara.

Wer Marokko bereisen möchte und einen EU Reisepass besitzt bekommt keine Schwierigkeiten bei der Einreise z.B. durch bestimmte Visa Kriterien die zu erfüllen sind. Bei der Einreise benötigt ihr einen ab dato noch mindestens ein halbes Jahr gültigen Reisepass.

Sobald ihr in Marokko gelandet seit müsst ihr euch

relativ schnell eine der am Flughafen ausgelegten weißen Kärtchen besorgen.

Sie sind mit Daten wie eurer Flugnummer, Grund der Reise, persönliche Daten und Aufenthaltsort in Marokko auszufüllen.

Wenn möglich schnappt euch gleich bei der Ankunft eine dieser Karten und stellt euch schon mal in die Schlange vor der Passkontrolle an und füllt Diese dann dort aus.

Teilweise kann es nämlich sehr voll vor den Schaltern werden. Die Reihen werden da auch gern mal nicht eingehalten und so kann es teilweise einige Zeit in Anspruch nehmen das Flughafen Gebäude zu verlassen.

Einreiseformular Marokko

Seit ihr dann erstmal draußen stellt sich natürlich wie immer die Frage, wie komme ich jetzt zu meinem gewünschten Ziel. In vielen Modernen europäischen Städten habt ihr mittlerweile eine Metroanbindung mit der es sich leicht ins Stadtzentrum gelangen lässt. In Marrakech hingegen stehen nur der Bus und das Taxi zur Auswahl. Wenn ihr mindestens 2 Personen seit empfiehlt sich das Taxi. Ab Flughafen in die Medina(Altstadt) von Marrakech werden natürlich gern vorab hohe Preise wie z.B. 100 – 150 Dirhams verlangt. (ca. 10-15€) Zur Info: der Bus hingegen würde rund 20 Dirham pro Person kosten, ist aber gerade für Leute die zum ersten Mal in Marrakech sind nicht unbedingt empfehlenswert da man gerade in Marrakech nicht immer anhand eines Stadtplans sich gut zurecht findet. Achtet darauf ein Petit Taxi zu nehmen und feilscht mit den Fahrern ein wenig um den Preis. Am Ende kommt ihr zu zweit in der Regel für ca. 70 Dirham vom Flughafen weg.

Die Hauptattraktion in Marrakech und auch der interessanteste Teil der Stadt ist der Platz Jemna el Fna, zu deutsch: Platz der Gehenkten. Hier findet die Stadt ihren pulsierenden Mittelpunkt. Praktisch alles kann man hier kaufen, ausgiebig essen gehen, einer Schlangenbeschwörung eines Schamanen zuschauen oder sich von einer Wahrsagerin die Zukunft erzählen lassen. Will man Marokko authentisch erleben, nächtigt man auch hier, fernab jeder Bettenburg. Vorab Buchungen im Internet sind nicht erforderlich da sich die Riads hier nur so aneinander häufen und in der Regel nie alle gleichzeitig ausgebucht sind. Wer gerade ankommt, noch mit Rucksack und sämtlichen Gepäck in der Hand auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit ist, wird gerne mal angesprochen und vorzugsweise direkt von einem Einheimischen zu einem der vielen Riads gebracht. Man bedenke jedoch, das tun sie gerade in Marrakech in der Regel nicht für umsonst. Am Riad angelangt heißt es dann Geld her. Es sind keine allzu großen Preise, meist wollen sie rund 50 Dirham haben. Dennoch, wer etwas umher läuft findet meist selbst schnell eine Möglichkeit zu übernachten. Bucht man vorab im Internet ein Riad, so findet man Unterkünfte ab 200 Dirham. Das mag Einigen recht preiswert vorkommen, jedoch ist man erst einmal vor Ort stellt man schnell fest, das sich unzählige andere Angebote finden lassen wo man schon für 50-100 Dirham pro Nacht etwas bekommt. An dieser Stelle können wir nur das Riad Imouzzer empfehlen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind wir hier nun schon abgetaucht. Bei einem Preis pro Person von 60 Dirham (5,33€) kann man echt nicht meckern. Und das Ambiente behält den typisch Marokkanischen Flair für sich. Ausgestattet mit einer großzügigen Dachterrasse, kann man hier wunderbar einfach nur daliegen und die Zeit bei einem echt leckeren Minze Tee verstreichen lassen. Ein Ausgiebiges Frühstück kostet 20 Dirham. Rechnet man alles zusammen kann man großzügig behaupten, für Marrakech benötigt man ein Tagesbudget von 150 Dirham um recht gut leben zu können.

Will man mehr vom Land sehen gibt es diverse Möglichkeiten um umher zu reisen. Viele kleine Orte aber auch größere lassen sich in einem Grand Taxi, einem Sammeltaxi (miest Mercedes aus den 80er Jahren) erreichen. Hier sitzen jeweils 4 Leute hinten und 3 Leute einschließlich dem Fahrer vorne. Das ganze ist sehr gemütlich und man kommt sich vor wie eine Sardine in der Konservendose. Aber es ist günstig. Will man das Taxi für sich alleine haben muss man nur die Differenz von den noch theoretisch besetzbaren Sitzen zahlen. Die meisten größeren Orte werden jedoch von hiesigen Busgesellschaften angefahren. Die 2 größten des Landes sind CTM und Supratours. Sie bieten recht viel Komfort und das zu echt günstigen Preisen.

Wie schon oben erwähnt verschlug es uns dieses Mal in die Sahara.

Ist man in Marrakech, werden einem viele Touren angeboten um dort hinzukommen.

Egal ob Jeep Safari oder Kamel tour. Alles wird komplett organisiert angeboten, jedoch zu echt hohen Preisen die pro Person schon einmal rund 200€ für 2 Tage betragen können.

Bus Ticket CTM in Marokko

Letzten Endes beginnt die Sahara kurz hinter dem Atlasgebirge und man könnte meinen, man muss nur Dieses durchqueren um dann in den Sand Dünen zu stehen. Falsch gedacht. Die Sahara zeichnet sich durch viele verschiedene Formen aus. So hat man teilweise Streckenweise nur Berge, dann wiederum eine Art Geröll wüste, eine unspektakuläre endlose Weite Flachlands überseht mit Felsbrocken und aber auch die eher bekannte Struktur mit schier endlosen Sanddünen in der typischen goldgelben Färbung.

So sind wir von Marrakech aus in Richtung Ouarzazate mit Supratours gefahren, in der Hoffnung vor Ort schon etwas typische Wüstenatmosphäre einfangen zu können. Ouarzazate ist sozusagen das Hollywood von Marokko, da hier viele nennenswerte Filme wie z.B. Gladiator gedreht wurden. Jedoch von endlosen Sanddünenlandschaften keine Spur. Die Stadt ähnelt eher einer Oase, da hier auch viele Dattelfarmen dank eines erhöhten Wasservorkommens, sich angesiedelt haben. Kaum angekommen wurden wir auch von einer hiesigen Organisation angesprochen die uns Ausflüge in die wirkliche Wüste anbot. Da wir gerne immer alles selber organisieren um unser Budget möglichst einzuhalten, gingen wir an das Angebot vorab mit Skepsis ran. Nach längerer Kalkulation hinsichtlich der Kosten die wir hätten wenn wir alles selber organisieren würden, entschlossen wir uns dann doch das Angebot der Organisation anzunehmen.

Kaum angekommen in Ouarzazate, ging es also 2 Stunden später auch schon weiter mit dem nächsten Bus von CTM nach M´Hamid. Dieser Ort liegt ca. 19km vor der Algerischen Grenze und ist soweit fernab von allem, dass wir unserem Wunsch die wahre Wüste zu sehen, ein großes Stück näher kamen. Rund 12 Stunden nach unserer Abfahrt in Marrakech blieben wir die erste Nacht in dem Hotel Sahara, welches seinem Namen alle Ehre macht, denn nur wenige Meter von uns entfernt begann tatsächlich die Steppe welche sich rasch zu einer weitreichenden Dünenlandschaft formatierte.

Am Folgetag ging es mit Kamelen und genügend Wasser los ins Ungewisse. Nach einem Marsch von rund 6 Stunden kamen wir an unserem Ziel an. Einer Dünenlandschaft so weit das Auge reichte. Hier schlugen wir unser Nachtquartier auf, machten ein Lagerfeuer, aßen was und tranken Minztee. Lediglich Decken auf dem Boden sollten unser Nachtlager darstellen. Wer die Wüste authentisch erleben möchte, dem empfehle ich genau diese Art der Reise. Natürlich kann man auch komfortabel mit dem Jeep eine Safari machen. Dazu muss man gar nicht erst bis nach M`Hamid reisen, schon vorher im Ort Zagora lassen sich hier viele passende Angebote finden.

Jedoch ist meine Meinung das auf dem Kamel durch die Wüste zu reiten und unter freiem Himmel, unter Milliarden von Sternen nachts dazu-liegen, in einer nie vorher wahrgenommenen Stille, eine weitaus authentischere Art ist, die Sahara kennen zulernen als diese Art des Massentourismus mit dem Jeep.

An dieser Stelle, Danke an die Naamani Groupe, der Organisation die uns diesen Ausflug zu einem echt günstigen Preis möglich machte. Welche wir weiterempfehlen, all Jenen die auch auf der Suche nach einem Abenteuer in der Sahara sind.

Weitere nützliche Infos für den Marokko Urlaub:

  1. Best bewertete Hotels und Riads in Marokko und weitere Reisetips
  2. Geld vor Ort kostenlos zum tagesaktuellen Wechselkurs abheben an jedem x-beliebigen Geldautomaten?

Kamel in der Wüste der Sahara

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